Das Zuhause der BMW Art-Car-Sammlung? Eigentlich die Welt. Genauer gesagt: die besten internationalen Kunstadressen wie der Pariser Louvre oder das Guggenheim Museum in New York. Wer die vollständige Sammlung der von Künstlern wie Roy Lichtenstein, Andy Warhol oder Jeff Koons gestalteten BMW-Modelle sehen wollte, musste rund um den Globus reisen. Bislang. Anlässlich des 35-jährigen Jubiläums der renommierten Sammlung kehren alle 17 BMW Art Cars vorübergehend an ihren Geburtsort zurück: zurück in das BMW Museum in München. Einmalig wie sensationell.
Wir freuen uns: Welcome Home BMW Art Cars.
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Es ist das jüngste Modell in der Reihe der BMW Art Cars. Im Juni 2010 feierte der vom amerikanischen Künstler Jeff Koons gestaltete BMW M3 GT2 seine Weltpremiere im Centre Pompidou in Paris. Und zwar mit großem Erfolg: Medien und Kunstmagazine weltweit berichteten über das 17. Art Car mit der Startnummer 79 – eine Hommage an den 1979 von Andy Warhol gestalteten BMW M1. Seine knalligen Farben lassen das Art Car vor Kraft, Bewegung und Energie nur so strotzen. Ebenso wie der von Warhol bemalte M1 ging auch Koons BMW beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans an den Start. Schon 2003 erklärte Koons in einem Interview, dass er gerne ein Art Car gestalten würde. Eine Ehre für BMW. Immerhin ist Koons einer der erfolgreichsten Konzeptkünstler der Welt – und seine Werke verkauften sich sogar in Zeiten der Wirtschaftskrise zu Höchstpreisen.
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In welchem Verhältnis stehen Automobilindustrie und die globale Erwärmung? Mit kritischen Themen beschäftigte sich der dänische Künstler Olafur Eliasson bei der Gestaltung seines Art Cars. Als kreative Bühne diente die Karosserie des BMW H2R, eines wasserstoffbetriebenen Autos, das zur Erzielung von Geschwindigkeitsrekorden bei gleichzeitigem Streben nach einer zukunftsweisenden Umweltverträglichkeit entwickelt wurde. Der Künstler hat die Außenhülle des Prototypen entfernt und sie durch eine komplexe Haut aus Stahlgeflecht, glänzenden Metallplatten und zahlreichen Eisschichten ersetzt. Wie alle anderen Arbeiten des Künstlers lässt auch diese viel Platz für Spekulationen und Diskussionen.
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„Protect me from what I want.“ Diese und weitere provokante Botschaften prangen in großen Lettern auf der weißen Karosserie des 15. Art Car. Für die Beschriftung wurde allerdings nicht Chrom, sondern eine leichte, schimmernde Folie verwendet. Das Gewicht des BMW V12 LMR sollte nicht erhöht werden. Denn der 380 PS starke BMW Zwölfzylinder ist schließlich Kunstwerk und Rennwagen zugleich. Das stellte das Auto bein 24-Stunden-Rennen in Le Mans auch gleich unter Beweis: Hier brachte das Art Car seine 380 PS auf den Asphalt der Rennstrecke und wurde nach einer Ehrenrunde der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Der gesellschaftskritischen Künstlerin war die Autowelt nicht fremd, als Tochter eines Autohändlers war „sie seit Kindertagen von Autos umgeben“.
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Am 20.4.1995 signierte der amerikanische Künstler David Hockney den BMW 850CSi: Damit war nicht nur das 14. Art Car, sondern auch ein mehrmonatiges Projekt vollendet. Das Ziel des Künstlers war es, das Auto in seiner Tiefe zu erfassen und dementsprechend darzustellen. Das Ergebnis: ein Auto, dessen Inneres konsequent nach außen gekehrt und dargestellt wurde. Der aufmerksame Betrachter erkennt beispielsweise stilisierte Ansaugstutzen auf der Motorhaube und die Kontur des Fahrers auf der Seitentüre. Hockney wurde 1937 im englischen Bradford geboren und gehört seit den frühen 60er Jahren zu den schillerndsten und einflussreichsten Persönlichkeiten der internationalen Kunstszene.
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Der in Italien geborene Maler Sandro Chia hat einen Renntourenwagen-Prototypen der BMW 3er Reihe bemalt. Die Silhouetten und Porträts auf dem Lack sollen den Betrachter auffordern, sich wie im Spiegel zu betrachten. „Das Automobil ist ein begehrter Gegenstand in der Gesellschaft.“ Dadurch sei das Auto vielen Blicken ausgesetzt, sagte Chia. „Dieses Auto hier, dessen Oberfläche ich gestaltet habe, reflektiert die Blicke“, so der Künstler in einem Gespräch. Mobilität hat für den Künstler ohnehin eine große Bedeutung, er pendelt zwischen seinen Wohnsitzen in New York, London und der Toskana.
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Das zwölfte Art Car ist das erste Modell, das die Handschrift einer Frau trägt. Nicht nur das macht den BMW 525i ganz besonders. Die südafrikanische Künstlerin Esther Mahlangu hat die Karosserie nach der für ihren Stamm typischen ethnischen Ndebele-Kunst in leuchtenden Farben und in den Formen einer klar abgegrenzten Ornamentik bemalt. Diese uralte Kunstform aus Afrika steht in spannendem Kontrast zum westlichen Spitzenmodell mit einer Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h. Zur Freude der Künstlerin ist es mit dem Art Car gelungen, ihre Stammeskunst einem größeren Publikum zugänglich zu machen.
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Den BMW Z1 gibt es insgesamt 8000-mal auf der Welt, dieses Modell nur einmal. Dafür sorgte der deutsche Künstler Penck, der das Modell in ein Kunstwerk verwandelte. Das rote Art Car ist mit Symbolen und Bildern gestaltet – zum Teil auch mit den legendären „Strichmännchen“ des Künstlers. Inspirieren ließ sich Penck bei seiner Arbeit von Künstlern wie Picasso und Rembrandt – aber auch von Höhlenmalereien und seiner Auseinandersetzung mit Mathematik und Physik. „Kunst auf Kunst, Kunst auf Technik, das hat mich interessiert – vor allem Kunst auf einem plastischen Objekt“, sagte Penck über sein High-Tech-Kunstwerk.
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Eigentlich schade, dass das Art Car nicht auf der Straße unterwegs ist. Wie würden bunte Autos wohl unsere Welt verändern? Eine Frage, die sich wahrscheinlich auch der spanische Künstler César Manrique einmal stellte. Jedenfalls vertrat er die Meinung, dass Autos als Alltagsgegenstände wesentlich zum Erscheinungsbild unseres Lebensraumes beitragen. Manrique war nicht nur Architekt, Graphiker, Bildhauer und Landschaftsgestalter, sondern vor allem auch Naturschützer. Von seinem Engagement inspiriert, wollte er ein Art Car gestalten, das die Harmonie von Technik und Natur verkörpert. „Deshalb bestand meine Idee darin, das Auto so zu gestalten, dass es den Eindruck vermittelt, ohne jeden Widerstand durch den Raum zu gleiten“, so der Künstler. Schöne Idee, schön umgesetzt – mit geschwungenen Linien und leuchtenden Farben, die geschmeidige Bewegungen symbolisieren.
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Ein BMW 535i mit 211 PS und einem Sechszylinder-Reihenmotor diente dem japanischen Künstler Kayama als weißes Blatt – als Leinwand für seine Kunst: Für die Gestaltung des Art Car griff er eine frühere Auftragsarbeit für das National Museum of Arts in Tokio wieder auf – allerdings hat er das damalige Thema „Snow, Moon and Cherry Blossoms“ durch den Einsatz von Airbrush-Technik völlig neu interpretiert. Kayama arbeitete mit japanischen Techniken wie „Kirigane“ (Metallschnitt) und „Arare“ (Foliendruck). Der Künstler äußerte sich nach der Fertigstellung über das Art Car: „Die klare Linienführung des BMW wurde mir am deutlichsten bewusst, nachdem das Auto ganz in sein Farbkleid gehüllt war.“
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Was haben Art Car Nr. 7 und Art Car Nr. 8 gemeinsam? Beide sind dasselbe Modell. Nämlich ein BMW M3 Rennwagen. Und beide wurden jeweils von einem australischen Künstler gestaltet. Wer optische Parallelen sucht, tut dies dennoch vergeblich: Vielmehr spiegeln die beiden Modelle die gegensätzlichen Kulturen des australischen Kontinents wider. Wie bei all seinen anderen Werken hat Done auch bei der Bemalung des Art Car nicht mit Farben gegeizt. Leuchtende Farben und kräftige Pinselstriche symbolisieren das moderne Australien – mit seinen sonnigen Stränden und semitropischen Landschaften. Allesamt Sinnbilder der Lebensfreude – die auch das Art Car Nr. 7 verkörpert. Die Karosserie schmückt eine abstrakte Darstellung von Papageien und Papageienfischen. Und was symbolisieren diese Tiere? „Beide sind schön und bewegen sich mit phantastischer Geschwindigkeit. Ich wollte, dass mein BMW Art Car dasselbe zum Ausdruck bringt“, so der Künstler über sein Werk.
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Gut Ding braucht nicht immer Weile. In nur sieben Tagen hat der australische Künstler Michael Jagamara Nelson einen schwarz lackierten BMW M3 in ein Meisterwerk der Papunya-Kunst verwandelt. Diese uralte Maltechnik hat Nelson von seinem Großvater gelernt – und wurde dafür sogar mit dem Nationalpreis für Eingeborenenkunst geehrt. Papunya-Künstler malen Muster und Formen traditioneller Sandbilder auf Leinwände – und in diesem Fall auf die Karosserie eines BMW M3. Die scheinbar abstrakten mosaikartigen Papunya-Malereien symbolisieren Landschaften und Tiere. So alt die Historie dieser Malerei ist, so neu war damals die Technik des achten BMW Art Car. Das 300 PS starke Art Car heimste im australischen Motorsport große Erfolge ein: Beispielsweise gewann Tony Longhurst 1987 mit dem Modell die australische Meisterschaft.
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„Fahrbare Museen würde ich toll finden. Mit diesem Auto geht mein Traum in Erfüllung“, sagte Rauschenberg nach der Präsentation seines Art Car in New York. Der BMW 635CSi ist das sechste Art Car und gleichzeitig das erste, dessen Karosserie von fotografischen Darstellungen geprägt ist: Die rechte Seite nimmt ein Gemälde von Ingres ein, die linke Seite der Karosserie schmückt ein Werk Bronzinos, umgeben von eigenen Bildern von Sumpfgras der Everglades - die Radkappen sind verhüllt mit Abbildungen antiker Zierteller. Wahrscheinlich war auch Rauschenberg mit dem Ergebnis zufrieden, denn zwei Jahre später verwendete er die Motive des Art Car nochmals – für ein anderes Kunstobjekt.
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Gleich zwei Premieren. Das erste Art Car, für das ein BMW als Leinwand diente, der in Serie produziert wurde – und das erste Art Car, das von einem europäischen Künstler gestaltet wurde, nämlich vom Wiener Kunstprofessor Ernst Fuchs. Anlässlich der Ausstellung „Kunst als Illustration – Illustration als Kunst“ ließ er auf der Karosserie des BMW 635CSi seiner Kreativität freien Lauf. Das Auto diente ihm dabei lediglich als Projektionsfläche seiner Phantasie. „Bei der Bemalung habe ich verschiedene Erlebnisse, Ängste, Wünsche und Beschwörungen, aber auch freie ästhetische künstlerische Gestaltung zum Ausdruck gebracht“, so der Künstler über sein Werk. „Ein Hase ist zu sehen, der nachts quer über die Autobahn über einen brennenden Wagen springt – Urangst und kühner Traum von der Überwindung einer Dimension, in der wir leben. Er sagt mir seine Farben, ich lese in seinen Linien, in seiner Form, ich höre seinen rasanten Ruf und sehe auch schon den schönen Hasen durch Flammen der Liebe springen – Ängste bannend ...“
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Dieses Art Car ist eines der Highlights aus der rollenden Kunstwerksammlung. Immerhin verewigte sich niemand Geringeres als Andy Warhol im Lack des M1. Sogar die Übertragung vom Miniaturmodell auf die Originalkarosserie übernahm er selbst, lediglich sein Assistent ging ihm dabei zur Hand. Warhol über das bunt leuchtende Art Car BMW M1: „Ich habe versucht“, so erklärte er seine schwungvollen Pinsel- und Fingerstriche, „Geschwindigkeit bildlich darzustellen. Wenn ein Auto wirklich schnell fährt, verschwimmen alle Linien und Farben.“ Schnell unterwegs war der 470 PS starke Sechszylinder auch beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans: Der BMW fuhr den zweiten Platz in seiner Klasse ein. Und ging dabei dennoch als Sieger aus dem Rennen hervor – jedenfalls beim Publikum, das sich fasziniert von der rasenden Leinwand zeigte.
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Das dritte und eines der beliebtesten Art Cars: der BMW 320 Gruppe 5 von Roy Lichtenstein. „Ich habe lange überlegt und so viel reingesteckt, wie ich nur konnte“, so der Künstler über sein Werk. Und das sieht man auch. Das Resultat dieser Auseinandersetzung ist ein Modell, das die aerodynamischen Anforderungen der Karosserie und Kunst harmonisch verbindet. Schließlich handelt es sich hier um eines der schnellsten Kunstwerke der Welt. Lichtensteins berühmter Comic-Stripe-Stil spiegelt sich auch auf dem Lack wider. „Mit den gemalten Linien wollte ich die Straße darstellen, die dem Auto zeigt, wo es langgeht. Der Entwurf zeigt auch die Landschaft, durch die der Wagen gefahren ist“– so Lichtenstein.
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Mit über 300 km/h jagte der BMW 3.0 CSL 1976 beim Rennen von Le Mans über den Asphalt. Eigentlich nichts Ungewöhnliches für einen BMW-Rennwagen. Ungewöhnlich war allerdings, dass hier ein Kunstwerk seine Runden zog. Und zwar ein Art Car, gestaltet von Frank Stella. Die Erwartungen an das zweite Art Car waren enorm, denn die Kunstszene zeigte sich noch immer fasziniert vom ersten bemalten BMW. Erwartungen, die erfüllt wurden: Stella entwarf für die Karosserie ein schwarz-weißes Quadratraster, das einem überdimensionalen Millimeterpapier ähnelt. Schnittmarkierungen, die quer über die Karosserie laufen, verstärken die geometrische Optik des Wagens. „Mein Design ist wie eine Blaupause, die auf die Karosserie übertragen wurde“– sagte der 1936 geborene Künstler Frank Stella über sein High-Speed-Kunstwerk.
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1975 wurde erstmals ein BMW in ein rollendes Kunstwerk verwandelt. Auf Anregung des französischen Auktionators und Rennfahrers Hervé Poulain kreierte Alexander Calder das erste BMW Art Car. Für die Bemalung verwendete der amerikanische Künstler ausschließlich Primärfarben, die er großflächig und mit geschwungenen Linien auf dem Lack des BMW 3.0 CSL verteilte. Die wechselnde Farbgebung der einzelnen Elemente und Formen verstärkt den Eindruck der Bewegung innerhalb des Gesamtbildes. Ein Auto als Kunstwerk, schon das allein sorgte damals für Furore. Sensationell war allerdings, dass der bemalte BMW auch noch beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans an den Start ging und dort seine 480 PS auf den Asphalt brachte. Das erste BMW Art Car ist zugleich eines der letzten Kunstwerke des Künstlers – Calder starb noch im selben Jahr, in dem sein Kunstwerk der Welt präsentiert wurde.
